Auf einmal tauchte Kartoffelbrei auf. Mitten beim Essen. Oder inmitten des Essens. Jedenfalls mitten dabei, ohne mein Zuwollen. Ich hab ihn nicht gebeten. Ich habe ihn mit Kacke beworfen. Es war mein eigener Code. Ich habe ihn geknackt mit einem deutschen Flaschenöffner und sein labskausförmiges Gehirn mit einem Zauberstab quasi in mundgerechte Einheiten gerührt. Das hat die Anwesenden am Tisch sehr betroffen gemacht. Sogar berührt. Richtiggehend gerührt. Das hat meinen Darm durchspült. Alles in Ordnung Herr Doktor, du Fundament aller Liebe. Wir liegen jetzt gemeinsam auf dem Operationstisch und genießen das Essen.
Gegensätze ziehen sich aus, wenn es der Abend zulässt. Wenn der Rinnstein mit Tränen der Anwohner angefüllt ist und du nicht mehr küssen, anstatt reden willst. Dann gehen wir zu mir nachhause. Ich habe ein ruhiges Haus. Die Nachbarn reden eigentlich nicht viel. Ein und ausgehende Paare werden ehrlich und gedankenlos ignoriert. Kräuterlikör statt Schmierkäse und Zigaretten statt Bier. Ja, ich hab alles da.
Im Februar ist die Idee „Labskausromantik“ geboren worden und Anfang Juni haben wir nun bereits drei Lesungen mit Musik hinter uns. An und für sich nichts Ungewöhnliches, aber im Vergleich zu meinen bisherigen Projekten ein fulminanter Start. Die Trägheit, welche von den Onlineforen ausgeht, lebendig auf eine Bühne zu bringen und dort zu neuen Leben zu erwecken, ist als schwer bewegliche Masse nicht zu unterschätzen. Aber die Geburt von Labskausromantik war unkompliziert. Ein kurzes Telefonat war es. Ein Vorschlag von Anja, der beiden von Anfang an nicht mehr diskutierbar erschien.
Freilich gab es da einen Vorlauf. Es war klar, dass wir Lesungen mit Musik machen wollten, mit verschiedenen Musikern etc. Es gab auch schon Fotos dafür, die wir gemeinsam im Bildautomaten auf St. Pauli von uns machten, dort wo man sich nie alleine fotografiert. Es war alles schon im Vorfeld sehr durchdacht.
Dann ging es recht flott. Drei Lesungstermine, zwei musikalische Alternativen die ernsthaft infrage kamen. Das VogesMayerTrio und Ralf, ein Keyboarder, Trommler und Sänger als musikalische Überraschung. Es gab drei Locations. Das FS 115 in Wilhelmsburg, ein Wohnzimmer für ein ganzes Wohnhaus mit viel Kultur. Die Ponybar, schon sehr bekannt und Uninah und die Magdalenabar in Ottensen, die bei Myspace geworben hatte, Kulturveranstaltungen aller Art auszurichten.
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Video von Michael Schiele inner Ponybar mit Lautstärke im Hintergrund.
Endlich. Ich habe mich so danach gesehnt. Deine offenen Augen. Deine geschlossenen Augen. Deine helle Haut. Dein in Falten gelegter Hüftspeck. Es ist warm und weich in meinem Bett. Ruhen wir uns etwas aus. Schlafen wir gemeinsam ein. Küssen wir Hände, Bauch und Zehen. Die ganze Nacht.
Uruguay gegen Argentinien 4:2. 1930.
Ich lese deine Gedichte jeden Tag. Ich verfolge deine Schritte. Mein Hirn hat sie abgefilmt und eingescannt. Deine Hüftwogen. Es ist wie auf dem Meer. Aber deine Küsse sind so warm und echt.
sagte nach dem dritten Labskausromantikevent gestern meine Partnerin Anja. Erst kuschelig und zuvorkommend - dann laut und rockig und gestern loungig mit sehr gutem Publikum ohne Freigetränke für die Künstler.
Feiner Abend auch wegen unserer vorzüglichen musikalischen Überraschung Ralf am Keyboard, Schlagwerk und Gesang.