Entzündete Harnröhren und andere Liebesbeweise
Irgendwann werde ich mir fest vornehmen auf Lesungen Gedichte vorzutragen. Ich, der Prosauer, der Gedichte nur dann hin und wieder formlos dahinrotzt, damit er nicht umkippt. Ich bin wie ein Linksfußballer, der ein rechtes Bein nur besitzt, um stehen zu können. Bis dahin wird eine Zeit vergehen, ich werde viel Cognac trinken und mir singende Schlagzeuger anhören, denn die haben Rhythmus, der mir fehlt.
Dennoch umgeben mich Frauen, wie das Motto von Lichtgestalten. Sie buchen mir Zimmer mit Hostessen, weil sie mich kennen, die Freunde meiner trinkgeladenen Pamphlete. Weil letztlich hören sie alle gerne meine Geschichten und Geschichtchen, die Ihnen ihr Schicksal ein wenig näher bringen. Aber ich halte ja etwas von mir: trotz allem. Ich werde Gedichte schreiben, mit vollem Ernst und auf Brücken stehen – nachdenklich runterspucken und nicht mit Bier in der Hand, sondern bewaffnet mit einem Weinkelch. Ich werde meinen Namen ändern, von „von Schramm“ zu „zu Schramm“ und mein Publikum wird von sieben bis siebzig reichen. Gedichte über das allgemeine Leid des Lebens in ausgewalzter Form, die von entzündeten Harnröhren aufgrund betriebsamer Lebensweise erzählen, kann ich mir nicht vorstellen.
Ich werde plötzlich unheimlich subtil sein und meinen Verehrerinnen mit einem ausgesprochen zarten Gestus andere und noch nie da gewesene Liebesbeweise bieten. Das muss mein Anspruch sein, sonst brauch ich erst gar nicht antreten.
Du.
14. März 2006
Dennoch umgeben mich Frauen, wie das Motto von Lichtgestalten. Sie buchen mir Zimmer mit Hostessen, weil sie mich kennen, die Freunde meiner trinkgeladenen Pamphlete. Weil letztlich hören sie alle gerne meine Geschichten und Geschichtchen, die Ihnen ihr Schicksal ein wenig näher bringen. Aber ich halte ja etwas von mir: trotz allem. Ich werde Gedichte schreiben, mit vollem Ernst und auf Brücken stehen – nachdenklich runterspucken und nicht mit Bier in der Hand, sondern bewaffnet mit einem Weinkelch. Ich werde meinen Namen ändern, von „von Schramm“ zu „zu Schramm“ und mein Publikum wird von sieben bis siebzig reichen. Gedichte über das allgemeine Leid des Lebens in ausgewalzter Form, die von entzündeten Harnröhren aufgrund betriebsamer Lebensweise erzählen, kann ich mir nicht vorstellen.
Ich werde plötzlich unheimlich subtil sein und meinen Verehrerinnen mit einem ausgesprochen zarten Gestus andere und noch nie da gewesene Liebesbeweise bieten. Das muss mein Anspruch sein, sonst brauch ich erst gar nicht antreten.
Du.
14. März 2006
mvs64 - 15. Mär, 09:37
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